wolles worte – liebe, chaos, dunkelheit

wolles worte – liebe, chaos, dunkelheit

 

Die Seite ist seit ein paar Tagen online. Ich bin recht froh, dass ich meine Texte nach und nach online stellen werde. Ich hätte den Texten gegenüber ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich sie im Datennirwana hätte verschwinden lassen. Sie haben sich viel Mühe gegeben, aus meinen Gedanken „auf Papier“ gebracht zu werden.

Große Worte sind es nicht – es sind emotionale Worte.

Zwei Fragmente

Aus dem Nachlass der Mutter meines Sohnes. Zwei unfertige Gedichte.

 

Der Schleier der Nacht

Sandra „Sinnie“ Herbert

Bedeckt das Land mit schwarzem Samt
Du bist mein Stern,
das Licht in meiner Hand,
das mir leuchtet,
wenn ich in der Dunkelheit steh,
wenn ich durch Schatten geh
und den Weg nicht mehr seh

Stimmen im Wind
erzählen von Kummer und Schmerz
sprechen zu mir
und jedes Wort trifft ins Herz

 


Leider habe ich nur noch dieses weitere Fragment gefunden. Sie hat viele Worte mit ins Grab genommen.


– ohne Titel –

Sandra „Sinnie“ Herbert

Einst ein Geschenk aus einem Traum
Nun (Ein Herz) bar jeder Illusion
Zwischen den Wellen als bloßer Schaum
tanzt zerronnenes Glück, auf ewig verlor’n

Die Flamme, die es leuchten ließ
erlosch im Wasser dunkler Lügen

Ich war nur ein Fick

Ich war nur ein Fick

Es ist vorbei.
Für mich.
Endgültig.
Endlich.

Aber dann höre ich,
“Du warst nur ein Fick.”
Und ich beginne zu lauschen.
Doch alles bleibt still.

Alles bleibt stumm.
In mir.
Ruhe.
Nichts.

“Ich war nur ein Fick.”
Ein recht langer.
Ein recht intensiver.
Fick.

Du hast mich gesehen.
In meiner inneren Schönheit.
Nackt in meiner Verletzlichkeit.
Du hast mich gesehen.

Ich habe Dich gesehen.
Und alles nur,
alles nur in einem
Fick

Wohin geht der Weg?

Wohin geht der Weg?

Das habe ich lange nicht mehr gemacht. Ich bin lange nicht mehr einfach los gelaufen und habe geguckt, wohin der Weg mich führt. Heute mache ich dies seit langer Zeit wieder – zum ersten Mal seit gefühlten Ewigkeiten. Ich gehe einfach los: Auf der Tastatur mit Worten. …weiter lesen…

Depression

Depression

Manchmal erwischt es mich. Es erwischt mich, ohne dass es einen konkreten Anlass gibt. Es passiert immer, wenn ich alleine bin. Ich bin oft alleine.

Dann erfasst mich eine unsagbare Traurigkeit. Egal, was ich tue, egal wie ich versuche, mich abzulenken, sie umklammert mich. Diese unsagbare Traurigkeit – sie ist da. Sie ist nicht konkret. Sie ist nicht angreifbar. Sie ist einfach da. Sie quält und martert. Sie hat keinen Grund, ein Kampf scheint aussichtslos. …weiter lesen…

Club der toten Dichter – Charles Bukowski

Club der toten Dichter
– Charles Bukowski

Eine einzigartige Mischung aus Text und Musik, sehr stilsicher und spannend umgesetzt, ohne dem Bukowski-Klischee unnötig Futter zu geben.

Stoppok

Manchmal muss man nicht mehr Worte verlieren als jemand, der es schon treffend gesagt hat.

Ein Clip zum Projekt „Bukowski“.

Der Club der toten Dichter hat sich zuvor mit Klassikern der deutschen Literatur beschäftigt.

Das komplette Lied, weil es so schön ist.

…weiter lesen…

Schwarz ist keine Farbe, schwarz ist aber meine Farbe

Schwarz ist keine Farbe

oder

Erklär mir die Welt

Erklär es meiner Seele.
Erklär meiner Seele, dass
die Welt so bunt und schön ist,
wir auf dem richtigen Weg sind.

Erklär meiner Seele, dass
es nicht um Missgunst und Neid geht,
ein jeder nur das Beste will –
nicht für sich, sondern die Welt.

Erklär meiner Seele,
die Kriege, die Wut, die Kälte.

Erklär meiner Seele,
warum das Böse als das Gute kommt.

Erklär meiner Seele,
warum der Mensch
so wenig sieht,
so wenig hört,
so wenig fühlt.

Erklär mir bitte, bitte die Welt.

 

Ficken

Ficken

Ich spüre es noch,
wie wir dieses Wort füllten
– mit Zärtlichkeit und Liebe.
Wir nahmen dem Wort
alles Negative und füllten
es neu mit unseren Gefühlen
für uns.

Ich erinnere mich,
wie Du zärtlich
geflüstert hast:
„Lass uns ficken!“

Es versetzte uns in
zärtliche Verzückung.

Ich erinnere mich,
wie wir spürten,
wie wir waren.
Wir waren so zärtlich, so intensiv.
Ficken.

Nun drängt es sich wieder
in seiner alten Bedeutung auf.
Es wird belanglos –
wie es einst war –
geprägt von reiner Körperlichkeit.

Es verliert seine Zärtlichkeit,
es verliert seine Liebe.
Es verliert unsere Liebe.

Ich will das nicht.

Ich will doch nur Dich.